Alle Artikel mit dem Schlagwort: Picasso

Ein kleines Wunder: 271 Werke von Picasso entdeckt

Der Anwalt der Picasso-Nachlassverwalter Jean-Jacques Neuer teilte am Montag mit, dass in Frankreich 271 bislang unbekannte Kunstwerke von Pablo Picasso aufgetaucht sind. Der Fund im Gesamtwert von mindestens 60 Millionen Euro habe sich im Besitz eines pensionierten Elektrikers befunden, der in den siebziger Jahren für Picasso gearbeitet hatte. Experten gehen von der Echtheit der Werke aus. Wie die Arbeiten in den Besitz des Mannes gelangten, ist unklar. Der Handwerker Pierre Le Guennec behauptet, Picasso und dessen Frau Jacqueline hätten ihm die Arbeiten geschenkt, als er Anfang der siebziger Jahre in den Villen des Malers in Südfrankreich Elektroinstallationen durchgeführt habe. In Picassos Villa „La Californie“ in Cannes, im Château Vauvenargues sowie in seinem Landhaus in Mougins habe er Alarmanlagen eingebaut und elektrische Installationen in Stand gehalten. Picassos Erben jedoch halten eine Schenkung für höchst unwahrscheinlich und haben gegen den Elektriker Anzeige wegen Hehlerei erstattet. Da die Arbeiten weder signiert noch datiert sind, ist zweifelhaft, ob Picasso die Arbeiten tatsächlich aus der Hand gab oder sie weggeworfen hatte, denn der Maler war sehr gewissenhaft, was Datierung und …

Liebesgeschichten in Hannover

Die Liebe gehört zu den zentralen Themen der Kunst – kein Wunder, ist sie doch zentrales Thema des Lebens. Dreht sich nicht alles um Liebe, Sehnsucht und Verlangen? Das Sprengel Museum in Hannover zeigt noch bis zum 15. August 2010 die Ausstellung „Liebesgeschichten – Sehnsucht, Hingabe und Erfüllung in Werken von Munch und Nolde bis Picasso.“ Die Ausstellung ist ein Streifzug durch die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts und es fällt sofort auf: Die Liebe war eines der bestimmenden Themen dieser Zeit und doch haben sich die Künstler der Liebe sehr unterschiedlich genähert. Tatsächlich stehen oftmals Liebesgeschichten hinter den Bildern. In Munchs Werk ist die Liebe meist eng verknüpft mit Tod, Krankheit, Trauer. Liebe schien für Munch keine große Erfüllung zu sein, sein Leben war geprägt von eher problematischen Beziehungen zu Frauen. Munch hatte sich 1899 in Tula Larssen verliebt, eine junge Dame aus besserem Hause. Trotz seiner Aversion gegen die Ehe willigte Munch sogar ein, Tulla zu heiraten, doch für ihn war dies nur Fassade, um die Ehre des Fräuleins zu wahren. Die Beziehung …

Urlaubstipp: Pilgertour zu Picassos Grab

Die Provence und die nahe gelegene Côte d’Azur sind ein schönes und empfehlenswertes Urlaubsziel. Für jeden ist es etwas dabei, die wildromantische Landschaft der Provence, mondäne Städte an der Côte d’Azur, schöne Strände, gutes Wetter, tolle Weine und noch besseres Essen… Auch Künstler wussten die Region zu schätzen. Licht und Farben sind hier ganz anders als im manchmal tristen Paris. Van Gogh lebte einige Monate hier und auch Gauguin kam in die Provence. Am innigsten verbunden war jedoch Cézanne mit der Region, besonders angetan hatte es ihm der Blick von seinem Atelier in Aix-en-Provence auf die Montagne Sainte-Victoire, deren Massiv er in zahlreichen Bildern und in vielen Variationen verewigte. Am Fuße des Bergmassivs liegt das kleine Örtchen Vauvenargues, das von einem romantischen Schloss überragt wird. Dieses Anwesen erwarb Picasso 1958, lebte dort bis 1960 und nutze das Schloss als Atelier bis zu seinem Tod im Jahre 1973. Geerbt hat Chateaux de Vauvenargues Catherine Hutin, die Tochter von Picassos Frau Jacqueline aus erster Ehe. Seitdem ist das Haus verschlossen und nur den Mitgliedern der Familie Picasso …

Zwei Mal Picasso in Basel

Derzeit finden in Basel zwei Ausstellungen zu Picassos Werk statt. Die erste im Kunstmuseum Basel widmet sich dem druckgrafischen Werk. Die zweite, in der Galerie Beyeler widmet sich den Keramiken des Künstlers. Beide Medien nutzte Picasso intensiv. Vom Holzschnitt und Kupferstich bis hin zur Lithographie und dem Linolschnitt wandte er sämtliche Druckverfahren mit Leichtigkeit und Leidenschaft an, entwickelte komplexe Mischtechniken und experimentierte mit mehrfarbigen Drucken.Auch keramische Arbeiten finden sich immer wieder im Werk des „Jahrhundertgenies.“ 1904 schuf er mit Le Repas frugal seine erste Radierung. Das ambitionierte Blatt ist Auftakt eines immensen druckgraphischen Œuvre von mehr als 2000 Werken. Immer wieder schuf er ganze Serien wie die Radierungen der Suite Vollard oder die Suite 347. 1930 entstehen Radierungen zu den Metamorphosen des Ovid. 1935 entsteht als graphisches Hauptwerk der 30er Jahre die Radierung Minotauromachie, in der Picasso allegorisch seine von Spannungen geprägte persönliche Situation verarbeitet. 1970 erarbeitet Picasso eine Folge von 156 Blättern, die erst nach seinem Tod veröffentlich werden.

Auf der Suche

Das Haus der Kunst in München bietet hervorragende Ausstellungen. Die gerade erst zu Ende gegangene Robert Rauschenberg-Ausstellung war so eine oder die Ausstellung zu Luc Tuymans im Frühjahr. Ach ja, und natürlich die „Gilbert & George“-Retrospektive im vergangenen Jahr. Man darf das Haus der Kunst also ruhigen Gewissens empfehlen. Wenn dann noch eine Ausstellung gastiert, die das Label „Centre Pompidou“ trägt, gerät man erst recht in Verzückung und Erregung. Die nun gezeigte Schau „Spuren des Geistigen“ (bis 11. Januar 2009) will sich auf die Suche nach dem Spirituellen in der Kunst machen. „Spuren des Spirituellen“ oder „Spuren des Heiligen“ wäre wohl eine bessere Übersetzung von „Traces du Sacré“ gewesen. Mit der Säkularisierung der Gesellschaft im 19. Jahrhundert hat sich die Kunst von den klassischen Bildsujets der Heiligen und der Bibelszenen abgekehrt. Eine neue Bildsprache hielt Einzug. Dies bedeutete jedoch nicht das Ende der Metaphysik. Aber die KünstlerInnen begeben sich auf die Suche, hinterfragen und versuchen Offenbarungen des Göttlichen im Alltag zu finden. In 16 Kapiteln fächert die groß angelegte Ausstellung zentrale Themen verschiedener Epochen seit …

Malerei in der dritten Dimension

Das Museum Sammlung Frieder Burda zeigt bis 26. Oktober in Baden-Baden die Ausstellung „Die Skulpturen der Maler. Malerei und Skulptur im Dialog“. Die Ausstellung beleuchtet den Umgang der Maler mit der Skulptur und den Stellenwert, den sie ihr einräumten. Plakat zur Ausstellung Eigentlich ist eine solche Ausstellung ja keine Neuigkeit mehr. Grafik, Zeichnung und Bildhauerei waren auch bei Picasso, Matisse und Kirchner beliebte Medien, die gerne und oft genutzt wurden. Und doch ist die Ausstellung sensationell und das liegt vor allem an zwei Umständen. Zum Einen ist es der Dialog, den die Werke miteinander eingehen. Da steht Edgar Degas‘ „Probe im Foyer de la danse“ der wunderbar filigranen Skulptur „Kleine vierzehnjährige Tänzerin“ gegenüber. Neben Picassos Ölgemälde „Jacqueline“ steht der überdimensionierte bemalte Blechkopf der Angebeteten. Überhaupt sind Skulpturen und Bilder von Picasso überragend, vielleicht, weil Picasso nie einem Medium dem anderen den Vorzug gab. Insofern ist es vielleicht auch falsch, Picasso als Maler hinzustellen, der auch bildhauerisch tätig war. Auch Matisse wundervolle Gemälde werden den ebenso schönen Skulpturen gegenübergestellt und zeigen, wie wichtig auch Matisse das …

Mondrian in Köln

Das nennt man dann wohl gegenseitige Befruchtung. Da haben zwei Museen hervorragende Sammlungen und sie tauschen einfach mal fleissig für eine Austellung. Das Gemeentemuseum in Den Haag besitzt eine ausgezeichnete Mondrian-Sammlung und schickt sie nach Köln ins Museum Ludwig und das Kölner Museum verleiht seine Picasso-Sammlung dafür nach Den Haag. Bis zum 30. März 2008 präsentiert das Museum Ludwig eine der weltweit größten und bedeutendsten Mondrian- Sammlungen. Mit rund 70 Gemälden und Papierarbeiten wird die Werkentwicklung Mondrians nachgezeichnet von seinen frühen impressionistischen Werken in der Manier der Haager Schule, über seine Begegnung mit dem analytischen Kubismus von Braque und Picasso, die seinen Weg in die Abstraktion lenkte, über die Gründung von De Stijl 1917 bis zum Neoplastizismus. Selbstverständlich werden auch die zu den Ikonen der klassischen Moderne zählenden Kompositionen aus roten, gelben und blauen Rechtecken in einem System aus schwarz-weißen rechtwinkligen Konstruktionen gezeigt. Diese haben sich zu einem regelrechten Markenzeichen des Künstlers entwickelt. Im Mittelpunkt der Ausstellung steht der künstlerische Prozess den Mondrian auf dem Weg zur Abstraktion durchlief. Mondrian selbst schrieb bereits 1914: „Die …

Picasso – Die 50er Jahre

Jedes Jahr gibt es große und kleine Ausstellungen zu Picasso: Picasso, Picasso und Matisse, Picasso und die Frauen, Picassos Spätwerk, Picassos Keramik, Picasso und das Porträt, Picasso in den 30er Jahren, Picasso in den 20er Jahren – kein Aspekt des Genies entgeht musealer Aufmerksamkeit. Hinzu kommen unzählige Ausstellungen zu Künstler übergreifenden Themen, in denen Werke von Picasso hängen.

Bonjour Russland!

Für viele von uns liegt New York immer noch näher als Moskau. Die meisten Urlaubswilligen können sich durchaus vorstellen, bei einer Shoppingtour durch New York auch mal im MoMA vorbeizuschauen, aber nach Moskau oder St. Petersburg? Urlaub „beim Russen“ oder gar Studien- und Kulturreise nach Russland? Das kommt für viele nicht in Frage oder aber sie denken gar nicht darüber nach. Vielen ist auch gar nicht bekannt, welche ausgezeichneten Museen Russland sein Eigen nennt. Man ist deshalb auch sehr dankbar, wenn die russischen Museen zu uns kommen. Das ist allerdings nicht immer leicht, russische Museen pflegen eine restriktive Entleihungspolitik und aufgrund vieler ungeklärter Eigentumsfragen wegen des Beutekunstvorwurfs zieren sich die Museen bei Entleihungen nach Deutschland gerne. Umso erfreulicher ist die bis zum 06. Januar 2008 laufende Ausstellung „Bonjour Russland“ im Düsseldorfer „museum kunst palast“. Zum ersten Mal sind in Deutschland nebeneinander französische und russische Meisterwerke aus vier russischen Museen zu sehen. Den Fokus legt die Ausstellung auf die Jahre von 1865 bis 1925, jene Zeit also, in denen die Franzosen die Avantgarde waren und die …