Alle Artikel mit dem Schlagwort: museum kunst palast

Drei Mal Gerhard Hoehme

Gleich drei Museen in Nordrhein-Westfalen ehren derzeit den Künstler Gerhard Hoehme zu seinem 20. Todestag. Das museum kunst palast (Düsseldorf) präsentiert Arbeiten auf Papier aus der Gerhard und Margarete Hoehme-Stiftung, ergänzt um Zeichnungen und Druckgraphik aus der eigenen Sammlung. Das Museum Küppersmühle (Duisburg) gibt in einer großen, retrospektiv angelegten Werkschau Einblick in die wesentlichen Schaffensprozesse zwischen 1955 und 1989 und die Stiftung Wilhelm Lehmbruck Museum (Duisburg) zeigt bildplastische Werke aus eigenem Besitz. Hoehme gehörte zu den wichtigsten Vertretern des deutschen Informel und der Lyrischen Abstraktion. Seine „Shaped Canvases“ sind in der gestischen Malerei der fünfziger udn sechziger Jahre zu verorten, jener Zeit, als der abstrakte Expressionismus New York in die erste Liga der Kunst katapultierte und die Europäer in den Hintergrund drängte. Ähnlich wie für die Amerikaner war für Hoehme das Bild ein offenes, energetisches Feld, das es zu erforschen und zu gestalten galt. Intensiv suchte Hoehme nach den Grenzen des Bildes und seines Raumes. „Den Gesetzen der Fläche“, sagte Gerhard Hoehme 1957, „bin ich immer nur widerwillig gefolgt. Weit mehr hat mich die Gesetzmäßigkeit …

Voll Porno!

Wie ich neulich lernen durfte, sagen Jugendliche heute nicht mehr „cool“ oder „geil“ wie zu meiner Zeit, sondern „voll porno“. Das trifft auch auf die Ausstellung „Diana und Actaeon. Der verbotene Blick auf die Nacktheit“ im Düseldorfer museum kunst palast zu, die ist nämlich wirklich sehenswert. Voll porno, das findet auch die BILD-Zeitung, die findet die Schau allerdings nicht cool, sondern echauffiert sich über die Darstellungen und meint, das sei einfach nur Pornographie und keine Kunst. Ihren Namen hat die Ausstellung von Ovids Mythos der Diana und des Actaeon. Bei einem Streifzug durch den Wald entdeckt der Jäger Actaeon die Göttin Diana beim gemeinsamen Bad mit ihren Nymphen. Überrascht vom begehrenden Blick des Actaeon, verwandelt die nackte Göttin der Jagd den Jäger in einen Hirsch. Von seinen eigenen Hunden nicht mehr erkannt, zerfleischen diese den hilflosen Actaeon. Die Ausstellung zeigt ein großes Konvolut von 300 Gemälden, Skulpturen, Zeichnungen und Grafiken sowie Fotografien und Videos, die sich dem Themenkomplex von Keuschheit und Begehren, von Sehen und Gesehen werden, von Voyeurismus und Exhibitionismus widmen. So illustriert die Schau …

Die BILD erklärt, was Kunst ist

Sicherlich kann man bei dem ein oder anderen Künstler darüber streiten, ob das, was er produziert, Kunst ist oder Kitsch und manchmal sogar, ob die Grenze zur Pornographie überschritten wird. Doch dazu müsste man erst einmal klären, ob Pornographie grundsätzlich keine Kunst sein kann, also ob ein Werk entweder Kunst ODER Pornographie ist. So einfach ist das sicher nicht, denn ein pornographischer Inhalt kann künstlerische Aussagen transportieren, wenn das so gewollt ist. Für die BILD-Zeitung gilt das nicht. Heute bespricht Dr. Dorothee Achenbach die Ausstellung „Diana und Actaeon. Der verbotene Blick auf die Nacktheit“ im Museum Kunst Palast in Düsseldorf. Dabei wird im Teaser gefragt: Ab wann ist Porno Kunst? Da sie die Frage nicht beantworten kann oder will, echauffiert sie sich kurz über den schrecklichen Tabubruch und meint zum Abschluss: „Mit Kunst hat das nichts zu tun.“ Danke, dass wir das erfahren durften. Nur: Was hat die nackte Dame auf „Seite 1“ mit Journalismus zu tun, liebe Frau Achenbach? Eine ernsthafte Ausstellungsrezension gibt es in ein paar Tagen hier!

Bonjour Russland!

Für viele von uns liegt New York immer noch näher als Moskau. Die meisten Urlaubswilligen können sich durchaus vorstellen, bei einer Shoppingtour durch New York auch mal im MoMA vorbeizuschauen, aber nach Moskau oder St. Petersburg? Urlaub „beim Russen“ oder gar Studien- und Kulturreise nach Russland? Das kommt für viele nicht in Frage oder aber sie denken gar nicht darüber nach. Vielen ist auch gar nicht bekannt, welche ausgezeichneten Museen Russland sein Eigen nennt. Man ist deshalb auch sehr dankbar, wenn die russischen Museen zu uns kommen. Das ist allerdings nicht immer leicht, russische Museen pflegen eine restriktive Entleihungspolitik und aufgrund vieler ungeklärter Eigentumsfragen wegen des Beutekunstvorwurfs zieren sich die Museen bei Entleihungen nach Deutschland gerne. Umso erfreulicher ist die bis zum 06. Januar 2008 laufende Ausstellung „Bonjour Russland“ im Düsseldorfer „museum kunst palast“. Zum ersten Mal sind in Deutschland nebeneinander französische und russische Meisterwerke aus vier russischen Museen zu sehen. Den Fokus legt die Ausstellung auf die Jahre von 1865 bis 1925, jene Zeit also, in denen die Franzosen die Avantgarde waren und die …