Alle Artikel mit dem Schlagwort: Kassel

documenta digital

Im November 2006 hatte das documenta Archiv mit dem breitgefächerten Projekt „Mediencluster documenta und Gegenwartskunst“ begonnen, sämtliche Fotos und Dias sowie die gesamten Presseartikel der documenta 1 bis 5 zu digitalisieren, da der Bestand des Archivs (insbesondere die Dias) akut bedroht war. Durch die Förderung mit 500.000 Euro durch die Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) war es möglich, die einzigartigen Materialien der frühen documenta-Geschichte zu sichern. Über 10.000 Bilder und über 12.000 Zeitungsausschnitte wurden digitalisiert. Mit dem Abschluss dieses aufwändigen Digitalisierungsprojekts ist nun nicht nur ein Online-Zugang in den Bibliotheksbestand des documenta Archivs, sondern auch in die Bild-, Video- und Pressesammlung möglich. Ein Folgeantrag für die vollständige Medien-Bearbeitung der späteren documenta-Ausstellungen 6 bis 12 wurde an die DFG gestellt und wird hoffentlich bewilligt, damit der gesamte Schatz „gehoben“ werden kann. Die Datenbank ist im Internet zugänglich unter http://documentaarchiv.stadt-kassel.de. Es lohnt sich, rein zu schauen!

Buergel erklärt uns die documenta

Puh, jetzt wird alles gut. Die documenta-Leiter haben ein Einsehen mit den armen Besuchern und spendieren den Kunstwerken Erklärungen, wie schön… Vielleicht erklärt uns das ja, warum die documenta-Macher welches Kunstwerk ausgesucht haben und warum, wie und wo präsentieren. Buergel wehrt sich in den letzten Tagen vehement gegen Kritik. In der Tagesschau am 06. August 2007 erklärt er, warum er die „Beziehungslosigkeit“ für wichtig hält. Buergel glaubt, dass diese Beziehungslosigkeit für die Kunstwahrnehmung besonders wichtig sei. Man müsse sich von Dingen verabschieden, die man kennt, weil man anders nicht neu wahrnehmen kann. Ich habe selten solchen Unsinn gelesen, eigentlich ist es nur eine hohle Phrase, sie ist es aber trotzdem wert, dass man darauf eingeht. Gerade das soll Kunst ja: Ich möchte, dass Kunst mir Dinge, die ich kenne, erklärt bzw. sie mir näher bringt, erfahrbar macht, fühlbar wird, was ich sonst so nicht gefühlt oder erfahren hätte. Gerade dafür brauche ich doch die Kunst, das ist doch ihr Kern. Davon soll ich mich jetzt lösen? Eine neue Wahrnehmung entsteht doch nicht dadurch, dass ich …

Documenta – Wie, wo, was?

So, nun auch von mir ein Statement zur documenta 12. Anders als die KollegInnen wollte ich mir die Ausstellung erst mal anschauen, um zu urteilen, ob alles schlecht ist oder eben super. Es ist nicht schlecht, aber auch nicht gut, es ist langweilig, belanglos und ohne Konzept. Zunächst: was haben sich Ausstellungsmacher und Architekten nur bei den Aue-Pavillons gedacht, dieser Mischung aus Billiggewächshaus und musealem Raum – und das mitten im wunderschönen Park der Orangerie? Es ist gruselig und scheint den Architekten auch so peinlich zu sein, dass sie inzwischen nichts mehr von dem Bau wissen möchten. Man ist geradezu versucht, Gott auf Knien zu danken, dass dieser Pavillon nur temporär ist und nach der documenta verschwindet. Dogon, 1996, Romuald HazouméCourtesy the artist, VG-Bild-Kunst Das wäre ja noch zu verschmerzen. Aber wo sind die Visionen? Wo die neuen Kunstströmungen und die noch unentdeckten Künstler, die neben arrivierten Positionen Stellung beziehen können, ohne zu verblassen? Wo das Visionäre eines Harald Szeemann, wo das Politische einer Catherine David und wo das Geniale der garandiosen documentas von Fuchs …

Heißer Sommer

Mit der documenta 12 in Kassel und der Biennale in Venedig steht uns ein heißer Kunstsommer bevor. Da ich mir beides erst im Laufe des Sommers anschauen werde, kann ich noch wenig dazu sagen, außer dass, wenn ich mich entscheidne müsste, die Biennale vorziehen würde. Hier aber schon mal ein paar Rezensionen von KollegInnen: Bizarre Welt im deutschen Pavillon (Spiegel Online) Schwere Kost die beflügelt – die Biennale in Venedig (Spiegel online) Bizarre Weltwunder – erste Eindrücke von der documenta (Spiegel Online) Zeitgenössische Kunst ist Pop – So wird die documenta (DIE WELT) Bildersturm im Wasserglas – die Bienale von Venedig (FAZ)