Alle Artikel mit dem Schlagwort: Basel

Kunst bis in die Unendlichkeit

Louise Bourgeois ist eine Jahrhundertkünstlerin und das im doppelten Wortsinne. Sie ist nicht nur eine Ausnahmekünstlerin, sie hat nahezu das ganze 20. Jahrhundert erlebt, ist bedeutenden Künstlern begegnet, hat sich von ihnen inspirieren lassen und wurde so zum Bindeglied zwischen Moderne und zeitgenössischer Kunst. Bourgeois wurde 1911 in Paris geboren, ging dort zur Schule, studierte Philosophie an der Sorbonne und Kunst bei Fernand Léger. Als sie den Kunsthistoriker Robert Goldwater traf, verliebte sie sich, heiratete und ging mit ihm nach New York. Dort tauchte sie in die entstehende Kunstszene ein, begegnete den vor dem Krieg geflohenen Surrealisten, traf die Abstrakten Expressionisten um De Kooning und Pollock und lernte die Minimal Art- und die Pop Art-Künstler kennen. Ein spannendes und aufregendes Leben. Louise Bourgeois, Fondation Beyeler, Riehen / Basel mit Maman, 1999 Bronze mit Silbernitratpatina, Edelstahl und Marmor, 927,1 x 891,5 x 1023,6 cm Collection The Easton Foundation,courtesy Hauser & Wirth und Cheim & Read Foto: Serge Hasenböhler, © Louise Bourgeois Trust Lange war der Name Bourgeois nur Kunstkennern ein Begriff. Das änderte sich erst, als …

Neuer Internetauftritt für Schirn und Beyeler

Insbesondere deutsche Museen hinken ihren Kollegen im Ausland hinterher. Noch immer haben viele nicht begriffen, wie wichtig das Internet inzwischen geworden ist und welche Chancen es bietet. Besucht man manche Museumsseiten im Web, graust es einen. Selbst große Museen mit im Vergleich üppigen Etats bieten triste Langeweile, Unübersichtlichkeit oder keinen Mehrwert. Doch ganz langsam ändert sich das. In dieser Woche präsentierte die Schirn Kunsthalle in Frankfurt ihren neuen Internetauftritt. Der war zwar schon vorher nicht schlecht, aber angestaubt und hat sich deutlich verbessert. In der vergangenen Woche hat auch die Fondation Beyeler in Riehen bei Basel ihre neue Webseite vorgestellt. Bravo, weiter so!

Bildwelten in Basel

Mit der „primitiven Kunst“ ist das so eine Sache. Ich persönlich glaube ja, dass es wesentlich mehr Primitives in der zeitgenössischen europäischen Kunst gibt, als in der Kunst Afrikas und Ozeaniens der vergangenen Jahrhunderte, aber kunsthistorisch hat sich der Begriff nun mal einfach durchgesetzt. Vergessen wird immer wieder gerne, wie wichtig diese Kunst für die Entwicklung der Moderne war und Künstler von Picasso bis zu Pollock beeinflusste. Allerdings wird dieser Aspekt gelegentlich so sehr betont, dass die primitive Kunst nur als Steigbügelhalter und Gehilfe der europäischen Moderne gesehen wird. Die Fondation Beyeler versucht dem entgegenzuwirken, in dem man in der Ausstellung „Bildwelten – Afrika, Ozeanien und die Moderne“ den Holzskulpturen und Masken der außereuropäischen Kunst ein deutliches Übergewicht gönnt und ihnen europäische Meisterwerke reduziert gegenüberstellt, um den Einfluss sichtbar zu machen. So werden die afrikanischen und ozeanischen Werke zur ästhetischen Übermacht und die Gemälde und Skulpturen der Klassischen Moderne als zusätzliche Anschauungsobjekte in den Hintergrund gedrängt. So wird vor allem klar, welche Bildgewalt und Kraft die ethnografische Kunst entwickelte und warum europäische Künstler so fasziniert …

Zwei Mal Picasso in Basel

Derzeit finden in Basel zwei Ausstellungen zu Picassos Werk statt. Die erste im Kunstmuseum Basel widmet sich dem druckgrafischen Werk. Die zweite, in der Galerie Beyeler widmet sich den Keramiken des Künstlers. Beide Medien nutzte Picasso intensiv. Vom Holzschnitt und Kupferstich bis hin zur Lithographie und dem Linolschnitt wandte er sämtliche Druckverfahren mit Leichtigkeit und Leidenschaft an, entwickelte komplexe Mischtechniken und experimentierte mit mehrfarbigen Drucken.Auch keramische Arbeiten finden sich immer wieder im Werk des „Jahrhundertgenies.“ 1904 schuf er mit Le Repas frugal seine erste Radierung. Das ambitionierte Blatt ist Auftakt eines immensen druckgraphischen Œuvre von mehr als 2000 Werken. Immer wieder schuf er ganze Serien wie die Radierungen der Suite Vollard oder die Suite 347. 1930 entstehen Radierungen zu den Metamorphosen des Ovid. 1935 entsteht als graphisches Hauptwerk der 30er Jahre die Radierung Minotauromachie, in der Picasso allegorisch seine von Spannungen geprägte persönliche Situation verarbeitet. 1970 erarbeitet Picasso eine Folge von 156 Blättern, die erst nach seinem Tod veröffentlich werden.

Schau an!

Ich habe 2003 bei der Eröffnung begeistert über das Schaulager in Basel berichtet, das Gebäude mit dem außergewöhnlichen Konzept und die erste Ausstellung mit Kunst von Dieter Roth konnten voll überzeugten. In den letzten Jahren habe ich das Schaulager allerdings ein bisschen aus den Augen verloren, warum weiß ich selbst nicht. Vielleicht liegt es einfach daran, dass das Schaulager nur ein bis zwei Sonderausstellungen pro Jahr bietet und deshalb im Wer-hat-die-größte-Ausstellung-des-Jahres-Hype untergeht. Ja, leider kann auch ich mich dem nicht ganz entziehen. Schaulager Münchenstein/Basel Herzog & de Meuron, ArchitektenFoto: Adrian Fritschi, Zürich Das Schaulager entstand 2003 aus der Idee heraus, der Emanuel Hoffmann-Sammlung einen Ort für Ausstellungen zu geben. Die Sammlung wurde seit 1933 in verschiedenen Basler Museen gezeigt. Doch die Sammlung der Stiftung war in den letzten Jahrzehnten stark gewachsen und konnte nur noch in Ausschnitten präsentiert werden. Ein großer Teil der Werke lagerte deshalb in Kisten verpackt im Lager. Eigentlich schade, aber nicht unüblich. Das muss sich auch die heutige Präsidentin der Stiftung gedacht haben und ersann eine Lösung, die grundsätzlicher Art sein …

Matisse in Basel

Die außergewöhnlich schöne Matisse-Ausstellung „Matisse. Figur Farbe Raum“ ist vom K20 in Düsseldorf weitergewandert nach Basel in die Fondation Beyeler. Wer sie also in Düsseldorf verpasst hat oder nicht so lange in der Warteschlange stehen wollte, hat jetzt noch einmal die Gelegenheit, die Ausstellung zu besuchen. Versprochen: Auch eine weite Anreise lohnt sich. Genauso wie die 20 Euro für den Katalog. Henri Matisse, Figur Farbe Raum, bis 09. Juli 2006, Fondation Beyeler, Riehen/ Basel