Alle Artikel mit dem Schlagwort: Arp-Verein

Was macht eigentlich…?

Was macht eigentlich der Untersuchungsausschuss Arp-Museum des rheinland-pfälzischen Parlaments? Erinnern Sie sich? Der sollte untersuchen, ob sich die Landesregierung Versäumnisse und Verfehlungen in Zusammenhang mit dem Arp-Museum in Remagen-Rolandseck vorwerfen lassen muss. Da ist die Rede von verschwendeten Steuergeldern, von Kopien, die als Originale gekauft wurden, von entgegen den Absprachen verkauften Exponanten und posthumen Nachgüssen. Im Mittelpunkt steht vor allem die Zusammenarbeit zwischen aktueller Landesregierung und Arp-Verein, die nach endlosen Streitereien Ende 2007 beendet worden war. Der Untersuchungsausschuss wurde von der CDU-Opposition beantragt und im Februar 2008 eingesetzt, obwohl sich die SPD/ FDP-Landesregierung keiner Schuld bewusst ist und darin nur ein Manöver der CDU sieht, den SPD-Bundesvorsitzenden und Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz, Kurt Beck, in Misskredit zu bringen. Der Ausschuss kommt nur langsam in Fahrt, was vor allem daran liegt, dass solche Ausschüsse gerne für Scharmützel genutzt werden. So mancher Schachzug würde wohl jedem Winkeladvokaten Freudentränen in die Augen treiben. In seiner konstituierenden Sitzung beschloss der Ausschuss auch gleich, sämtliche Akten der letzten vierzig Jahre zu untersuchen und als Beweise zu nutzen. Die SPD wollte gleich …

Rosenkrieg in Rolandseck

Und weiter geht der Kampf ums Arp-Museum in Remagen-Rolandseck. Nachdem das Land den Vertrag mit dem Arp-Museum gekündigt hat, kontert der Verein. Anwalt Raue ist der Meinung, der Verein habe sich korrekt verhalten und habe sich nichts vorzuwerfen. Eine Kündigung werde man nicht akzeptieren und dagegen gerichtlich vorgehen. Der Streit dreht sich jetzt endgültig um die Liste mit Werken, die der Arp-Verein dem Museum überlassen wollte. Fraglich ist, ob dieser Ordner mit dem Konvolut aus 248 Werken teil der Rahmenvereinbarung ist oder lediglich eine unverbindliche Liste mit Wünschen des Landes. Dies wird nun wohl ein Gericht klären müssen.

Besser ein Ende mit Schrecken…

Wie das Land Rheinland-Pfalz gestern bekannt gab, beendetdas Land mit sofortiger Wirkung die Zusammenarbeit mit dem Arp-Verein. Kulturstaatssekretär Joachim Hofmann- Göttig (SPD) teilte mit, das Land kündige die Rahmenvereinbarung aus dem Jahr 2005. Grund sei ein „schwerer Vertragsbruch“. Der Verein habe „ohne vorheriges Einvernehmen“ und ohne das Land nachträglich zu informieren, Werke verkauft, die zu den vereinbarten Dauerleihgaben des Vereins für das Museum gehörten. Damit sei das Vertrauensverhältnis „unwiederbringlich zerrüttet“ und eine weitere Zusammenarbeit „unzumutbar“. Quelle: FAZ.NET 

Die Raue Wirklichkeit

Peter Raue, Anwalt des Arp-Vereins erklärt im Tagesspiegel, wie es zum neuen Streit um das Arp-Museum kam. Das Interview lässt tief blicken – auf den Arp-Verein und auf Raue und sein Kunstverständnis. Auf die Frage, wie viele Arbeiten genau denn jetzt nicht geliefert werden könnten (laut Hofmann-Göttig sind es vierzehn Werke), muss Raue Farbe bekennen: neun seine verkauft worden, eine sei falsch bezeichnet gewesen und fünf weitere können nicht mehr gegossen werden, weil die Formen von Arps Witwe bereits ausgegossen wurden. Aber alles nicht so schlimm: Das Land könne sich ja andere aussuchen – Raue „versteht das Geschrei nicht“.